Kandidat für die Abwrackprämie…oder auch: Kompliziertes Innenleben
August 6th, 2010 von
webmaster
So, nun ist es also passiert: Die Planetariumskuppel ist geschlossen, und die Vorträge sind in den Hörsaal der Sternwarte verlegt worden. Dort steht uns kein Planetariumsprojektor zur Verfügung - der wird überholt, siehe nächster Beitrag -, wir haben also keinen Sternenhimmel und müssen uns mit Beamer bzw. Diaprojektor behelfen sowie mit “Planetariumsprogrammen”, die uns den aktuellen Himmel zeigen. Dafür sind wiederum näher am Fernrohr. Zugegeben, unser Talent und unsere Übung im Improvisieren sind momentan einmal wieder sehr gefragt - aber wenigstens können wir den Betrieb aufrechterhalten, und daß ist gar nicht so einfach: Neben dem dezenten Chaos in der Planetariumskuppel - sehr zartfühlende und ordnungsliebende Menschen sollten sich die nächsten Bilder nicht betrachten - sind die Mitarbeiter ohne ihre Büros. Diese mußten ausgeräumt werden, weil neue Fenster eingesetzt werden - eine sehr staubige und geräuschvolle Angelegenheit. Unser Büro ist vorübergehend in der Bibliothek einquartiert, die Bibliothek bleibt solange geschlossen, die Wissenschaftliche Leiterin pendelt zwischen ihrem (neudeutsch) “Homeoffice” und dem Planetarium hin und her, und der Technische Leiter zwischen Kuppel und Werkstatt. Gottlob hat er es wenigstens nicht weit bis nachhause…
Hier ein paar Impressionen der letzten anderthalb Wochen. Wie gesagt, für eventuelle seelische Traumata wird keinerlei Haftung übernommen.
Das sind die Halterungen für die neuen VELVET-Projektoren… massiv Stahl und entsprechend schwer. Die Gewichtsangabe läßt sich aufgrund der Spiegelung gerade nicht lesen, aber zwei Haltungen wiegen eben einmal locker 123 Kilogramm. Autsch…

Ehe man etwas Neues schaffen kann, muß man das Alte beseitigen… das gilt auch hier. In unserem Fall heißt das: Raus mit allen Diaprojektoren, raus mit allen Geräten, die nicht mehr gebraucht werden, raus mit allen Kabeln, Gestellen etc. Und man staunt sehr, was sich im Innenleben unseres Planetariums so alles findet, was sonst züchtig hinter samtverkleideten Klappen oder anderen Abdeckungen verborgen war…










Das ist übrigens die Hydraulik, die unser Planetariumsgerät hebt und senkt… solche Umbauten erlauben auch einmal einen Blick in die “Katakomben” des Planeteriums.

Auch hinter den “Kulissen”, also hinter der Planetariumskuppel, wird gearbeitet… hier Herr Hünerbein beim Befestigen eines Kabelkanals. Normalerweise kann man durch das weiße Gitter aus luftiger Höhe auf die Stuhlreihen heruntersehen… der Kamerablitz läßt das leider aufgrund der Lichtverhältnisse mit der Kamera nicht zu.

Die Konjunkturpaket II-Arbeiten laufen natürlich auch weiter… mit dem 26. Juli wurde mit dem Ausbau der Kühlungs-/Lüftungsanlage begonnen. Ich kenne etliche Leute, die sich über den relativ kühlen Sommer zur Zeit freuen… sonst wären die Arbeiten in der Kuppel noch um einiges schweißtreibender.
Auch die Arbeiten am und auf dem Dach gehen voran… wir haben wieder eine Dämmung (auch wenn in den Büros darunter jetzt keiner mehr sitzt) !





Das sind unserer im Abbau begriffenen Klimaanlage…


Impressionen vom vorübergehend stillgelegten… und vom provisorischen Büro in der Bibliothek.



Mittlerweile finden die Vorträge auf der Sternwarte statt… sozusagen eine kleine kostenlose Zeitreise in die 60er/70er Jahre. Und nein, das ist nicht Retro-Stil… das ist das Original! Aber wie gesagt: Völlig schließen wollten wir einfach nicht…

Geschrieben in Tagebuch |
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