Am 27.04. starteten wir zu unchristlicher Stunde und bei einigermaßen feuchtem Wetter zu unserer Powerdome- und Uniview-Schulung bei Zeiss in Jena. Einige von uns hatten ja schon im letzten Oktober während des Powerdome-Workshops einiges von den Möglichkeiten kennengelernt, die uns zukünftig zur Verfügung stehen werden - umso gespannter waren wir alle, denn wir hatten auch schon einiges an konkreten Projekten mitgenommen, an deren Umsetzung wir praktisch üben wollten.

Nach etwas über 2 Stunden Fahrt erreichten wir Jena und wurden in einem von Zeiss netterweise organisierten Gruppentaxi samt unserem Gepäck direkt zu unserer Schulung gefahren.

Wir wurden bereits erwartet… sowohl von Zeiss als auch von Herrn Hünerbein. Selbstverständlich gab es erst einmal Kaffee oder andere Erfrischungen… wir wußten bereits von unserem Besuch vorher, daß eines während eines Aufenthaltes bei Zeiss definitiv unmöglich ist: Man wird weder verhungern noch verdursten.

Diese Tassen mit dem samtigen VELVET-Design sind ausgesprochen schick - jedoch definitiv nichts für Leute, die es hassen, ihre Bürotasse mit der Hand abzuwaschen. Aber in puncto Eleganz schlagen sie übliches Bürogeschirr um Längen…

Dann ging es in die Powerdome-Schulungs-, Vorführ- und Programmierkuppel… unsere Heimat für den größten Teil der kommenden beiden Tage. Viel von dem schönen Wetter haben wir so natürlich leider nicht mitbekommen… nur, wenn es zum Mittagessen ging oder auf dem Nachhauseweg bekamen wir einmal die reale Sonne zu sehen. An künstlichen Himmelskörpern herrschte kein Mangel… aber leider verscheuchen sie die Müdigkeit nur begrenzt
Der menschliche Organismus und unser Melatoninspiegel fallen auf solche Finten nicht herein… weswegen an Tag 3 die Gähnattacken auch ziemlich zunahmen. Einnicken war allerdings auch nicht möglich: Die Turbine für die Kuppelbelüftung mußte aufgrund der draußen herrschenden Wärme angeworfen werden und produzierte einen durchdringenden, dröhnenden Ton, der die Konzentration recht anstrengend machte. Die armen Kollegen von Zeiss, die diese Geräuschkulisse im Sommer ständig haben…


Die Schulung insgesamt war recht… fordernd. Eine Menge Informationen, eine Menge Möglichkeiten, was man mit Powerdome, Skypost und Uniview alles darstellen und umsetzen kann… und das ist sehr viel. Powerdome ist sehr intuitiv zu bedienen; bei Skypost muß man sich ein wenig in die Struktur hineindenken und lernen, entsprechend an Aufgabenstellungen heranzugehen - wir haben das z.B. anhand des “Sterns von Bethlehem” und des “Nautischen Dreiecks” demonstriert bekommen. Ich denke aber, wir werden uns nach einer arbeitsreichen Eingewöhnungsphase sehr über die neuen Möglichkeiten freuen. Wir müssen nur sehen, nicht zuviel auf einmal einzubauen…
Für Uniview werden wir noch einmal eine Extra-Einführung von SCISS bekommen… interessant für uns ist natürlich vor allem die Möglichkeit vorprogrammierter / aufgezeichneter “Flüge” außerhalb des Live-Betriebs. In dem Zusammenhang haben wir kurz auch den Uniview “Producer” kennengelernt, der dies ermöglicht - das müssen wir noch genauer lernen.
Frage: Was tun Planetarier an einem freien Abend in einer fremden Stadt, die ein Planetarium ihr eigen nennt?
Antwort: Natürlich, sie gehen ins Planetarium. Eben dies haben einige von uns auch getan… und das Jenaer Planetarium heimgesucht, sozusagen die “Keimzelle” aller Planetarien. Eine riesige 25m-Kuppel mit einem Starball-Modell VIII „Universarium“… sehr eindrucksvoll, ebenso das ADLIP Fulldome-System auf Laserbasis. Man darf nicht vergessen, daß Jena schon seit 2006 ein Fulldome-System sein eigen nennt… und mit dem Fulldome-Festival ein Forum für Shows in dieser speziellen Form. Nächstes Jahr möchte ich auch einmal dorthin… und vielleicht können wir ja übernächstes Jahr mit einer eigenen Show teilnehmen? Aber das ist noch ferne Zukunftsmusik…
Wir haben uns “Kosmische Dimensionen” angesehen - eine Automatikshow in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Klagenfurt. Davor gab es eine Jena-eigenproduzierte Übersicht über den aktuellen Sternenhimmel.





Donnerstagabend ging es dann bei allerschönstem Wetter dann wieder heimwärts. Viele von uns hätten sich am liebsten gleich an die Computer gesetzt und angefangen, all das nachzuvollziehen und umzusetzen, was wir gelernt haben… aber wir wußten bereits, daß wir uns wohl noch etwas in Geduld fassen müssen: Unserer Kleine Powerdome- und Renderfarm war dabei, in vorübergehenden Tiefschlaf versetzt zu werden, damit sie keinen Schaden nimmt. Warum, sieht man im nächsten Beitrag…