Am letzten Freitag, 12. März, wurde das Planetarium Wolfsburg nach fünfmonatiger Schließung wiedereröffnet. Es ist als erstes Planetarium weltweit mit den neuen VELVET-Projektoren ausgestattet, von denen ja auch bei uns ab Oktober einige stehen (und arbeiten!) sollen. Natürlich mußten einige von uns hin, um den Kollegen ein wenig über die Schulter zu schauen…;)
Aber der Reihe nach: Das erste, was uns beim Aussteigen vor dem Planetarium auffiel, war eine riesige weiße Giraffe, die ein wenig an die Giraffen von Mordillo erinnert.

Wie ich mittlerweile dank kurzer Recherche weiß, war diese Ähnlichkeit wohl nicht beabsichtigt, sondern es handelt sich um ein Kunstwerk der Braunschweiger Künstlerin Sina Heffner. Das Material: Papier, durch eine dreifachen Glasfaser-Beschichtung sehr stabil, Styropor und im Inneren eine Stahlkonstruktion, die die vier Einzelteile zusammenhält. Das Ganze mißt rund 4×4x4,5 m, ist also von der Größe her durchaus stimmig.
Das Wolfsburger Planetarium ist jüngeren Datums als das unsere, was sich auch in der moderneren Architektur und Raumaufteilung widerspiegelt - es wurde erst 1983 eröffnet.


Im Foyer steht auch noch der alte Planetariumsprojektor, Modell “Spacemaster”, der über eine Mikrorechnersteuerung lief - seinerzeit eine kleine technische Sensation.

Er hat eine interessante Geschichte: Im Jahr 1977 schloß die Volkswagen AG mit der DDR einen Vertrag über die Lieferung von 10.000 Golf - neben Devisen fand auch ein Planetariumsprojektor der Firma Carl Zeiss aus Jena im Wert von seinerzeit 1,5 Millionen DM den Weg in den Westen, den die Volkswagen AG wiederum 1978 der Stadt Wolfsburg anlässlich ihres 40. Gründungsjubiläums schenkte.
Seit 1996 nennen die Kollegen aus Wolfsburg einen Zeiss “Starmaster ZMP” ihr eigen - seinerzeit das erste Exemplar mit der neuen Faseroptik, bei dem jeder Stern seinen eigenen “Lichtfaden” bekommt.

Bild: Zeiss
Während der Schließung wurden neue Stühle und ein neuer Fußboden eingesetzt und außerdem die Innenkuppel erneuert - zusammen mit einer ebenfalls neuen Bühne eine recht umfassende Renovierung. Dafür sieht es jetzt richtig schick aus - einen Glückwunsch an die Kollegen!

Aber das Beste kommt natürlich zuletzt: Die VELVET-Projektoren für die Fulldome-Projektion. Hier einer unverkleidet und deswegen einigermaßen geräuschvoll (das Gebläse für die Kühlung muß doch einiges leisten)…

… und hier gilt: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts… VELVET hinter Verkleidung. Auch hören kann man kaum etwas.

Die Fulldome-Vorführung selbst lief problemlos - u.a. ein sehr eindrucksvoller Ausschnitt aus “Voices in the Dark” mit der Musik von Mike Batt. Hoffentlich klappt bei unserer Premiere alles ebenso gut!